1. Zoomendoskopie und virtuelle Chromoendoskopie

Seit Januar 2009 verfügen wir über die modernste ZOOM-ENDOSKOPIE-ANLAGE der Firma Fujinon. Sie ermöglicht es uns Gastroskopien und Coloskopien mit hochauflösender Optik und einem optischen Zoomobjektiv mit bis zu 200-facher Vergrößerung durchzuführen. Darüber hinaus verfügen unsere Digitalendoskope über die sogenannte CVC-FUNKTION (computergesteuerte, virtuelle Chromoendoskopie), die zum ersten Mal die Darstellung eines chromoendoskopischen Bildes ohne Intravitalfärbung ermöglicht. Dadurch lassen sich selbst kleine Veränderungen der Schleimhaut, die dem einfachen Blick entgehen, farblich markant herausstellen und frühzeitig erkennen.

Die frühzeitige Diagnose prämaligner und maligner (bösartiger) Schleimhautveränderungen ist für den Behandlungserfolg entscheidend.

Frühkarzinome und adenomatöse Krebsvorstufen im Dickdarm können wir mittels Endoskopischer Verfahren wie Polypektomie, Mucosektomie und Argon-Plasma-Behandlung, bereits während der Untersuchung beseitigen. Auch flache und eingesunkene Neoplasien (Gewebeneubildungen) im Dickdarm und im oberen Magen-Darm-Trakt haben eine wesentlich günstigere Prognose, wenn sie frühzeitig erkannt werden.

2. Zoomendoskopie und hochauflösende (high-resolution) Endoskopie

Für die Früherkennung von Krebsvorstufen oder bösartigen Schleimhautveränderungen im Magen-Darm-Trakt sind vier Faktoren entscheidend:

  • Die Erfahrung des Endoskopikers
  • Die Endoskopentechnologie
  • Ein angemessener Zeitaufwand für eine gründliche Untersuchung
  • Perfekte Darmvorbereitung durch geeignete abführende Maßnahmen

 

Die Endoskopentechnologie:
Das Auflösungsvermögen eines Endoskopes bezeichnet die Fähigkeit, zwei eng zusammenliegende Punkte als Einzelpunkte zu unterscheiden.
Durch Weiterentwicklung der Chip-Technologie erreichen high-resolution Zoomendoskope eine deutlich höhere Auflösung als herkömmliche Video-Endoskope. Wir verwenden ultra-hochauflösende Endoskope der Firma Fujinon aus der Baureihe 590. Durch die eigens hierfür entwickelte „Super-CCD-Technologie“ wurde das Auflösungsvermögen gegenüber bisherigen high-resolution Endoskopen noch weiter verbessert und dadurch eine wesentlich höhere Detailtreue der Schleimhaut erreicht. Durch den zusätzlichen Einsatz eines optischen Zoomes lässt sich das Bild bis zu 200-fach vergrößern. Somit dringt die Zoomendoskopie in den Bereich der Auflichtmikroskopie ein. In Verbindung mit Färbetechniken oder CVC ermöglicht uns dies eine Feinanalyse der Oberflächenstruktur ohne Überstrahlung des endoskopischen Bildes. Die zusätzliche Möglichkeit der Entnahme einer sogenannten „optischen Biopsie“ trägt zu einer genaueren histologischen Begutachtung bei.

3. Chromoendoskopie und virtuelle Chromoendoskopie

Bei der Chromoendoskopie werden Farbstoffe im Verdauungstrakt dort angewandt, wo das Auge bestimmte Zellgruppen nicht unterscheiden kann und somit kleine Veränderungen dem einfachen Blick entgehen können. Die Kombination Farbe + hochauflösende Zoomendoskope ergibt im Zusammenspiel eine Bildqualität mit nahezu mikroskopischen Details.

Bei der Chromoendoskopie existiert zum einen die Möglichkeit der Intravitalfärbung, bei der in der Regel das unterschiedliche Absorptionsverhalten einzelner Zellgruppen ausgenutzt wird, um Auffälligkeiten sichtbar zu machen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit mit Kontrastfarben Oberflächen besonders markant herauszustellen. Bei beiden Verfahren werden durch einen Sprühkatheter Farbstoffe wie Methylenblau, Lugolische Lösung, Indigokarmin oder Essigsäure aufgesprüht und damit Veränderungen des Oberflächenepithels hervorgehoben.

Ein ähnlicher Effekt kann neuerdings auch mit der COMPUTERGESTEUERTEN VIRTUELLEN ENDOSKOPIE (CVC) erreicht werden.
Es handelt sich dabei um eine Softwareapplikation, die eine „virtuelle Färbung“ liefert, welche den Einsatz von Farbstoffen ersetzt. Die CVC-Technik wurde entwickelt, um verdächtige Strukturen visuell zu betonen, die unter normalen endoskopischen Bedingungen unerkannt geblieben wären. Das ermöglicht dem Untersucher Biopsien gezielter durchzuführen und damit eine bessere und präzisere Diagnostik.

Speiseröhre bei Reflux-Krankheit. Hochauflösend, ohne CVC. Kein Geschwür sichtbar





Gleiche Aufnahme mit CVC (schwach vergrößert) Geschwür sichtbar, bioptisch gesichert.





4. Wie funktioniert CVC?

Die Bezeichnung CVC steht für Computergesteuerte Virtuelle Chromoendoskopie.


Unsere Endoskope sind hierfür mit der FICE-Technologie ausgestattet (Fujinon Intelligent Chromo Endoscopy).

Es handelt sich dabei um eine moderne Softwareapplikation, die einen Prozess namens „Spektral Schätzungs-Technologie“ einsetzt. Sie wurde von Prof. Yoiki Myake an der Chiba University in Japan entwickelt.


Bei der virtuellen Chromoendoskopie mit FICE wird die Gewebeoberfläche mittels eines Endoskops mit Xenon-Lichtquelle beleuchtet. Das remittierte Bild wird durch ein speziell entwickeltes, endoskopisches Spektralphotometer aufgenommen und das Licht durch einen Photomultiplier analysiert. Das Ergebnis sind 71 Reflexionsspektren, die anschließend mittels einer Komponenten-Analyse in das RGB-Spektrum (Rot, Grün, Blau) zerlegt werden und anschließend, je nach gewählter Darstellung, in einer farbigen Visualisierung wiedergegeben werden. Hierbei kann zum Beispiel der Effekt ausgenutzt werden, dass die mittlere Eindringtiefe des Lichtes in Abhängigkeit seiner Wellenlänge (Farbe) und der Gewebeart variiert, um unterschiedliche Zellstrukturen besser voneinander zu unterscheiden.

Die damit erzeugten Bilder finde ich wirklich beeindruckend. In unserer Bildergalerie können Sie sich selbst davon überzeugen.


Die weltweit erste FICE-Präsentation erfolgte auf der „United European Gastroenterology Week“ ( kurz: UEGW) 2005 in Kopenhagen. Wir benutzen in unserer Praxis den neueren EPX-4004 Prozessor mit FICE III Board in Verbindung mit Endoskopen der Baureihe 590, die erst seit Januar 2006 verfügbar sind.

5. Ihr Vorteil

Obwohl Zoom-Endoskope in der Anschaffung fast dreimal so teuer sind wie herkömmliche Video-Endoskope und auch die Untersuchung zeitaufwendiger ist, haben wir uns für die Einführung dieser neuen endoskopischen Technik in unserer Praxis entschieden. Hiervon erwarten wir eine deutlich verbesserte Diagnostik, sowohl im oberen, als auch im unteren Gastrointestinaltrakt.


Neben dem Colonkarzinom gilt derzeit das sogenannte „Barrett-Karzinom“ (als Folge der chronischen Refluxkrankheit) als die am schnellsten zunehmende Krebserkrankung des Magen-Darm-Traktes. Diese Tumoren weisen mit Ausnahme des Frühstadiums eine schlechte Prognose auf. Mit Hilfe von hochauflösenden Video- und Zoom-Endoskopen gelingt es, diese Krebserkrankung früher zu erkennen und damit auch erfolgreicher zu therapieren.


Gleiche Vorteile erwarten wir auch bei der Früherkennung von Magenkarzinomen, von flachen oder eingesunkenen adenomatösen Darmveränderungen, bei der Detektion von sehr kleinen Colonpolypen, sowie weiterhin bei der Entdeckung von intraepithelialen Neoplasien bei Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung, insbesondere bei der Colitis ulcerosa.

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